Die Todkranke

 

 

 


















 

    Die " Todkranke"

 

 

Seid dem 01.10.2001 verfüge ich über das Internet, das mir bis dahin fremd war, meinen ersten Eindruck darüber, erzählte ich bereits in meiner ersten Homepage. Hier möchte ich nun mehr Geschichten erzählen, die mir bislang in meiner fast 4jährigen Laufzeit untergekommen sind. Selbstverständlich aber, werde ich niemals die Namen nennen, um die es sich handelt, werde alle mit User/in anreden.

 

 

Ab einen gewissen Zeitpunkt, hielt ich mich mehr oder weniger, nur im Seitensprungraum3 auf, weil es mir dort am besten gefiel.

Es verging kein Tag, an dem man nicht den Raum besuchte und auch kein Tag, an dem man glaubte, es gibt nur „ verblödete „ User. Den Schwachsinn, den einige schrieben, mussten sie selber schon glauben, befürchte ich, wo nimmt man das sonst her?

Spaß, werden einige denken, dann empfehle ich doch, mal richtig zu lesen *lach*

Sicher, gab es zwischendurch auch mal richtig schöne und vernünftige Gespräche, leider waren diese User zu selten anwesend.

Eines Tages, erschien auch eine junge Frau, die sofort angenehm aufgefallen war, durch ihre Schreibweise. Man konnte sich wunderbar mit ihr unterhalten, sie war nicht auf dem Kopf gefallen und ihr IQ überragte einige um längen.

Ich muss ihr auch symphatisch gewesen sein, sie telte mich ein paar Tage später an und wir unterhielten uns über dieses oder jenes. Es machte mir nun noch mehr Spaß, täglich  AOL zu besuchen.

Sie erzählte mir dann eines Tages, das sie sehr krank sei und sich auch nicht in Deutschland aufhalten würde. Oh, man dachte ich, warum trifft es immer die „Falschen“?

Ich erfuhr alles über Sie und ihre Krankheit, auch, dass sie schon mit dem Leben abgeschlossen hätte. Jeder Versuch von mir, zu sagen, man sollte die Hoffnung nie aufgeben, scheiterte. In solchen Momenten, weiß man erst mal, wie hilflos man ist.

Sie hatte auch keine Hemmungen davor, die Geschichte von sich im Raum bekannt zu geben, nun wusste jeder User bescheid, wie es um ihr stand. Einige zeigten Mitgefühl, andere ignorierten es, wie im realen Leben auch.

 

Aus den anfänglichen Tagestelegrammen, wurden Nachtgespräche draus, weil sie nun in den USA lebte und niemand, wegen der Zeitumrechnung anwesend war.

Nächtelang, war ich für diese Userin die Ansprechpartnerin, nächtelang konnte sie mich telefonisch erreichen, immer, wenn sie mich brauchte, war ich für sie da.

Dann, es war November 2002, teilte sie mir unverblümt mit, das sie nur noch 3 Wochen zu leben hätte, nach Auskunft ihres Arztes. Ich glaube, in dem Moment fiel mir alles aus dem Gesicht. Ruhe herrschte zwischen uns, 5 Minuten oder mehr, ich weiß es nicht, es kam mir wie Stunden vor, verzweifelt suchen nach den richtigen Worten. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben.

Wollte einen Aufruf starten, weltweit, Knochenmarkspende, wusste ich, würde ihr helfen. Teilte ihr das auch mit, aber, es ist zu spät, sagte sie, es wurde schon alles versucht bei mir.

Ich teilte den „ Stammleuten“ mit, wie es um ihr stand, bei einigen konnte man die Erschütterung förmlich erahnen.

Nach langem Hin und Her, beschlossen wir, daß wir uns Alle von ihr gebührend verabschieden wollten. Es wurde ein Termin ( online ) ausgemacht, zu dem wir uns dann alle in einem gesonderten Raum ( Privatraum )treffen wollten.

So passierte es dann im Dezember 2002, das wir uns im Privatraum trafen und für die " Totgeweihte " Userin eine Verabschiedung machten, mit Liedern, Gedichten und Worte zum Trost, nicht einer war dabei, der sich nicht wenigstens ein Tränchen aus den Augen wisch.

Sie verabschiedete sich mit den Worten,: Es war nun das letzte Mal, das ich online war, ich bin zu schwach und brauche meine Ruhe. Betretenes Schweigen, niemand sagte etwas, Sie verließ still ohne weiteren Wortes den Raum -

 

Liebe Leser, ihr denkt nun, was für eine traurige Geschichte,wenn sie WAHR wäre. - Nein, ich habe sie nicht erfunden, sie hat sich tatsächlich so abgespielt. Wir alle, wurden von der betreffenden Person furchtbar veralbert, gelinde ausgesprochen.

Ihr Schwindel flog auf, als sie nach Tagen mit anderen Namen erschien, bei Erkennung, Name wechselte, sie machte den entscheidenen Fehler, immer zum " Tatort " zurück zu kehren.

Als sie merkte, das sie immer und immer wieder erkannt wurde, verschwand sie eines Tages ganz, wohin ? Nur sie allein weiß es, wen sie nun weiter auf die Schippe nimmt .

 

 

 

 

 

 

 



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