Nickwechsel

 

 

 




















 
 Nickwechsel.....Sinn oder Unsinn ?
 
Wer sich in den unendlichen Weiten der Chats bewegt, sollte sich doch an einige Grundregeln orientieren, die das "Zusammenleben" der Chattergemeinde bestimmen. Denn der Computer ist war ein virtuelles Medium, aber die Menschen in den Chats sind real.
 
Ich habe einen Nicknamen - bin ich auch anonym ?
Ja und nein. Jeder Benutzer kann relativ einfach ermittelt werden, da seine IP - Adresse mit übertragen wird - die technische Adresse, anhand derer jeder Computer im Internet identifiziert wird. Ausserdem speichern Provider und Telefongesellschaften die Verbindungsdaten. Im Internet ist man nicht wirklich anonym.
Es ist jedem frei gestellt, mehrere Nicknamen zu registrieren. Nur, der Sinn darin hat bei vielen verschiedene Ursachen.
Der Chat für viele als Theaterbühne gesehen wird. Die Interaktion zwischen der Individuen aus einer "dramaturgischen  Perspektive" Die menschliche Interaktion findet sozusagen auf einer "Bühne" statt, was sich hinter dem Vorhang abspielt, bleibt geheim.
Das Alltagsleben, der verschiedenen Teilnehmer stellt sich gewissermaßen  den "Backstage . Bereich" dieser Bühne dar.
Hier bereiten  Chater sich ihre Rolle vor, sie machen Erfahrungen, die sie dann miteinander austauschen. Aber nicht nur das, sie machen ausserdem Erfahrungen, die ihnen zeigen, wie riskant es ist, sein gesamtes Privatleben der Öffentlichkeit bekannt zu geben.
Viele Nutzer sind im Netz Autor und Schauspieler zugleich. Er entwirft eine oder mehrere Charaktere ( Nickwechsel ) und spielt gleichzeitig die entsprechende Rolle.
Turkle(1998) weist darauf hin, das der Begriff " multiple Persönlichkeit ", der eine psychopathologische  Störung bezeichnet, in diesem Zusammenhang irreführend ist, denn die verschiedenen Teile des Selbst sind nicht vollwertige Persönlichkeiten, sondern vielmehr abgespaltene losgelöste Fragmente -Im Gegensatz zu traditionellen psychoanalytischen Theorien, die von einer unitären menschlichen Identität ausgehen, bewertet Turkle die multiple, flexible Identität als typisch postmodernes Phänomen, das sich im Internet voll entfalten kann.
Eine weit grössere Zahl von Menschen erleben Identität als ein Repertoire von Rollen, die sich mischen und anpassen lassen und über deren verschiedene Anforderungen verhandelt werden muss. ... Das Internet ist zu einem wichtigen Soziallabor für Experimente mit jenen Ich-Konstruktionen geworden, die für das postmoderne Leben charakteristisch geworden sind. In seiner virtuellen Realität stilisieren und erschaffen wir unser Selbst.
Grundlegend für Interaktion ist das Schauspielern. Schauspielern ist sowohl für direkte Interaktion wie für Interaktion im Internet im Besonderen wichtig. So kann als User des Internet der schauspielernde „Goffmensch“ bestimmt werden. Durch sein „faktisches Handeln“ werden „Interaktionsordnungen erzeugt aber auch zerstört“. Er macht „sich die Welt verstehbar und sich der Welt verständlich“. „Was geht hier eigentlich vor?“
„Alltägliche `Maskerade` wird abgewechselt von Oasen in denen wir uns `demaskieren` können. Hinter der Maske befinden sich ebenfalls Masken

Alles das könnte auch als Selbstinszenierung beschrieben werden. Der Körper als Mittel der Verständigung, als Zeichenrepertoire, der hierzu oft unbewusst verwendet wird, fällt im Falle des Internets weg. Die Erfahrung die das Individuum dabei macht, ist die der Kommunikation ohne Körperlichkeit. Das bedeutet aber gleichzeitig, das andere „schauspielerische Fähigkeiten“ die ein Interagierender benutzt, stärker zum Tragen kommen, weshalb sie bewusster eingesetzt werden. Der Status des Spielerischen scheint hier im Vordergrund zu stehen.

Ob nun ein Mann im Netz erfolgreich über längere Zeit als Frau ‚durchdreht’, ein Taubstummer per Chat gleichberechtigt ‚mitredet’, eine Fünfzigjährige beim lustvollen Netsex in Worte fasst, was bislang unausgesprochen blieb, eine Schülerin sich in einer wissenschaftlichen Mailingliste durch kompetente Beiträge Experten-Status verschafft oder man sich beim Agieren im Netz einfach nur ‚anders‘ fühlt als in Face-to-Face- Situationen - solche Erlebnisse in unvertrauten sozialen Arrangements sind keine belanglosen Episoden in einer realitätsfremden Scheinwelt, sondern erhalten durch ihren interpersonalen Kontext Bedeutung und auch Riskanz. Indem wir sie interpretieren und bewerten, lassen wir herkömmliche Interaktionserfahrungen oft nicht unhinterfragt.

Es ist auch richtig, das man immer ein oder zwei Nicknamen führt, oder auch bis zu sieben, wie es die Möglichkeit bei AOL gibt, nur einsetzen, um andere zu verletzen, verspotten, verhöhnen usw. ist nicht der Weg den man gehen sollte.  - Gute Leser, erkennen den Nickwechsel nach einer Zeit, und die Schreibweise, ändert sich vom Prinzip her nicht, so sehr man sich bemüht, es sei, man ist ein oberflächlicher Leser, da hat der Nickwechsler alle Chance der Welt, weiter zu machen, was er machen will.

 

 

 

 



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